Villa Dolorosa. Drei missratene Geburtstage
von Rebekka Kricheldorf
frei nach Tschechows »Drei Schwestern«
Inszenierung: Erich Sidler
Bühnenbild und Kostüme: Gregor Müller
Musik: Philipp Stangl
Das SST-Schauspiel war am 2. Mai mit »Villa Dolorosa« zu Gast beim Heidelberger Stückemarkt und hat den Zweitaufführungspreis gewonnen! Ende Mai folgt ein Gastspiel bei den Mülheimer Theatertagen.
Premiere am Samstag, 5. November 2011 in der Alten Feuerwache
In einer Provinzstadt leben die Schwestern Irina, Mascha und Olga gemeinsam mit ihrem Bruder Andrej. Das Erbe der Eltern ist längst zum Fenster hinausgeworfen und die Familienvilla marode. Die Hoffnungen, dem trostlosen Alltag zu entkommen, sind mürbe.
An drei aufeinanderfolgenden Geburtstagen Irinas lässt Rebekka Kricheldorf ihre Heldinnen feiern, streiten, scheitern. Die Lebenslust blüht auf, im nächsten Augenblick bricht sich die Verzweiflung Bahn. Einzig Andrej gelingt es, nach vorne zu schauen und eine Familie zu gründen. Aber sein Modell einer kleinbürgerlichen Spießeridylle macht das Scheitern der Schwestern nur noch kläglicher.
Rebekka Kricheldorf hat mit »Villa Dolorosa« eine komödiantische und zeitgemäße Bearbeitung von Tschechows »Drei Schwestern« geschrieben. Irinas Hadern mit dem Studium, Maschas Liebe zum verheirateten Georg, Olgas langweiliger Lehrerjob – in den Schwestern am Rande des Nervenzusammenbruchs spiegelt sich eine Generation, die auf der Stelle tritt. Veränderung muss her, aber wie?
Besetzung
Irina Freudenbach: Nina Schopka
Olga Freudenbach: Saskia Petzold
Mascha Klepstedt-Freudenbach: Natalie Hanslik
Andrej Freudenbach: Georg Mitterstieler/Urs Fabian Winiger a. G.
Georg: Heiner Take
Janine: Dorothea Lata
Pressestimmen
»Erich Sidlers Inszenierung setzt auf Sprachwitz und skurrile Körpersprache. [...] Erich Sidler wirft auf die Figuren einen liebevollen Blick und dringt dennoch tief in ihr Kraftfeld aus Selbsterkenntnis und Selbstverlust ein.«
Verena Großkreutz, 2. Mai 2012 / Heidelberger Stückemarkt
»Rebekka Kricheldorfs 'Villa Dolorosa' ist eine herrliche Satire auf die intellektuellen Sinnsucher von heute, die am eigenen philosophisch-soziologisch-psychologischem Gelaber zu ersticken drohen und jede Lebenschance schon im Keim zerreden. [...] Es ist eine pointenreiche Steilvorlage vor allem für die weiblichen Hauptfiguren. Von denen ragt eindeutig Nina Schopka als komödiantisches Talent heraus. […] Ein köstlicher unterhaltsamer Abend ist es aber allemal. Ein wunderbares Stück, das frisches Leben und Abwechslung in den Klassiker-Spielplan des Staatstheaters bringt und sicherlich ein dankbares Publikum finden wird.«
Reingart Sauppe, SR 2 KulturRadio online
»Kricheldorfs Stück ist ein verkappter Dreiakter, der als Stichtage für seine Beweisaufnahme im Lebensstillstandsfall der Geschwister Olga, Irina, Mascha und Andrej Irinas Geburtstage setzt. Drei Jahrestage und drei Partys, die, obzwar von Irina als Ausbruch aus ihrer Dauerlethargie ersehnt, schon im Keim erstickt werden – das bleibt über zwei Stunden hinweg unter Erich Sidlers dichter, klamaukloser Regie die konstant aufgeladene Grundsituation in dieser (beklemmend-komischen) "Opfer-Show", als die Mascha den geschwisterlichen Larmoyanz-Reigen einmal tituliert. [...] Alle suchen sie das "echte Leben" im falschen – sie ahnen, dass es auf den Namen Liebe hört, doch ein flüchtiges Wesen ist. Niemand sucht vergeblicher als Irina, Kulminationspunkt des Stücks, nach der "Ideenrüstung", mit der den Fährnissen des Lebens standzuhalten ist. Wie Nina Schopka die Biestig- und Verletzlichkeit dieser ebenso Ruhelosen wie Scheintoten bis in die kleinsten, zuckenden Verästelungen hinein verkörpert, das ist das eigentliche Glanzstück dieses mit langem Beifall bedachten Abends, der uns sehr hintergründig Spiegel vorhält.
Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung
Abendbesetzungen
Das SST-Schauspiel war am 2. Mai mit »Villa Dolorosa« zu Gast beim Heidelberger Stückemarkt und hat den Zweitaufführungspreis gewonnen. Ende Mai folgt ein Gastspiel bei den Mülheimer Theatertagen. |
Die Angaben sind ohne Gewähr. An erster Stelle finden Sie den Abenddirigenten, dann die Nachnamen der Sängerinnen und Sänger der doppelt besetzten Partien. Angaben zu Doppelbesetzungen soweit wie festgelegt. Kurzfristige Änderungen vorbehalten!






