Schauspiel
Schauspiel von Klaas Huizing nach seinem gleichnamigen Roman
Inszenierung: Bernhard Stengele
Musikalische Leitung: Katia Bouscarrut
Bühne und Kostüme: Gesine Pitzer
Eine Kooperation mit dem Mainfranken Theater Würzburg
Saarbrücker Premiere am 13. Mai 2011, weitere Vorstellungen am 14. und 17. Mai im Staatstheater
Klaas Huizing hat seinen von der Presse hochgelobten Roman selbst zu einer Theaterfassung umgearbeitet: Moritz Schreber, weltberühmter Orthopäde und Erfinder des gleichnamigen Kleingartens, wacht streng über seine Familie. Er verordnet Zimmergymnastik zur körperlichen Ertüchtigung und reguliert mit mechanischen Hilfsmitteln die Körperhaltung der Kinder.
Sein Sohn Paul leidet unter diesem Diktat und versucht sich zu entziehen. Er wird ein erfolgreicher Jurist, doch das Leiden an seiner Familie führt zu Albträumen und Ängsten, die ihn überwältigen. Von der Außenwelt wird er entmündigt und zum Fall für die Psychiatrie erklärt.
Doch Paul bewahrt sich seine innere Freiheit, weil er verschiedenste Vorstellungen in Einklang bringen kann: Apokalypse und Erlösung, Transsexualität und intimste Gottesbeziehung. Er taugt als Gegenentwurf für eine Welt, aus deren scheinbarer Normalität immer mehr Menschen ausbrechen wollen.
Klaas Huizing ist Professor für evangelische Theologie an der Universität Würzburg und Chefredakteur des Kulturmagazins »Opus«. Er hat zahlreiche Fachbücher und Romane wie »Das Ding an sich«, »Frau Jette Herz« und »Ästhetische Theologie« veröffentlicht. Er lebt in Würzburg und Saarbrücken.
Besetzung
Dr. Moritz Schreber, Orthopäde / Pädagoge: Georg Zeies
Mutter Else Schreber: Maria Brendel
Dr. Gustav Schreber, ältester Sohn: Klaus Müller-Beck
Dr. Paul Schreber, jüngster Sohn: Christian Taubenheim
Sabine Schreber, Pauls Ehefrau: Christina Theresa Motsch
Sidonie: Katia Bouscarrut a. G.
Anne Sophie, Pensionatsschülerin: Milena Ivanova a. G.
Dr. Paul Weber, Anstaltsleiter: Rainer Appel
Graf von Leutstetten und Wackermark: Anna Sjöström
Der Schlaf: Issaka Zoungrana
Perlenpresserin: Anna Sjöström
Georg Zeies: Stimme
Christian Taubenheim: Stimme
Klavier: Katia Bouscarrut a. G.
Cello: Milena Ivanova a. G
Pressestimmen
»Das Theaterstück dringt tief in die Seele Paul ein, wirft Fragen auf über rigide Erziehung und ihre Folgen, über äußere Zwänge und innere Freiheiten. [...] Beeindruckende Inszenierung von Schauspieldirektor Bernhard Stengele.«
Christine Jeske, Main Post
»Dem Inszenierungsteam und den elf souveränen Mitwirkenden gelingt es durch die szenisch beeindruckend gelöste Beteiligung zweier Musikerinnen, dass das Publikum eben nicht nur auf der Sprachebene hören kann, wie und warum die Wahrnehmung von Norm und Wahn zuweilen Kopfstand macht.«
Monika Beer, inFranken.de
»Man schaut auf ein weithin exzellent gespieltes Irrsinnstheater – auf einer famos sprechenden Bühne (Gesine Pitzer), wo die bloßliegenden Nervenenden riesengroß von der Decke baumeln.«
Oliver Schwambach, Saarbrücker Zeitung