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Saarländisches Staatstheater Saarbrücken, 4 kB
Sparte 4
Pit-Jan Lößer, Heiner Take, Katharina Ley, Andreas Anke, Gabriela Krestan, Hans-Georg Körbel
Pit-Jan Lößer, Heiner Take, Katharina Ley, Andreas Anke, Gabriela Krestan, Hans-Georg Körbel
Hans-Georg Körbel, Andreas Anke
Hans-Georg Körbel, Andreas Anke
Christane Motter, Andreas Anke
Christane Motter, Andreas Anke
Andreas Anke, Marcel Bausch
Andreas Anke, Marcel Bausch
Gabriela Krestan, Andreas Anke<br>(© Andrea Seifert)
Gabriela Krestan, Andreas Anke
(© Andrea Seifert)

Draußen vor der Tür

von Wolfgang Borchert

Inszenierung: Christoph Diem
Bühnenbild: Sabine Mader

Kostüme: Dorothee Scheiffarth

Wiederaufnahme am Donnerstag, 26. Januar 2012 in der Alten Feuerwache

Termine: Do 26.01. Sa 28.01. Do 02.02. Sa 17.03. Sa 24.03.

Kriegsheimkehrer Beckmann formulierte 1947 das Trauma einer Generation, die sich von der Gesellschaft vor die Tür gesetzt sah.

Beckmann wird nach drei Jahren Haft aus dem Kriegsgefangenenlager entlassen. Als Mitbringsel sind ihm ein steifes Knie und eine groteske Gasmaskenbrille geblieben. Nach Hamburg zurückgekehrt, muss er feststellen, dass seine Frau nicht auf ihn gewartet hat. Geplagt von Albträumen und schrecklichen Visionen will er seinem Leben ein Ende bereiten, doch die Elbe spuckt ihn einfach wieder aus.
Wohin sich Beckmann auch wendet: Der Zugang zum Leben in der unversehrten Gesellschaft bleibt ihm verwehrt. Er bleibt »draußen vor der Tür«.
Wolfgang Borcherts einziges Bühnenstück wurde einen Tag nach dessen frühem Tod zunächst als Hörspiel produziert und im Februar 1947 gesendet. Zahlreiche Inszenierungen folgten. Borcherts Protagonist Beckmann formulierte das Lebensgefühl einer Generation, die sich von den Befehlsgebern verraten und im Stich gelassen fühlte, sich in der Rolle der Opfer aber auch kritischen Fragen nach Selbstverantwortung entzog.
Bis heute ist es allerdings eine Tatsache, dass Soldaten mit der Verarbeitung von Kriegstraumata zu oft allein gelassen werden – auch wenn die Politik inzwischen nicht mehr so gern vom Krieg, sondern lieber von einem »bewaffneten Konflikt« spricht.

 

Besetzung
Beckmann:
Andreas Anke
Der Tod / Der Straßenkehrer: Boris Pietsch
Der Oberst: Heiner Take
Der Andere: Hans-Georg Körbel
Gott: Saskia Petzold
Das Mädchen: Christiane Motter
Der Ehemann / Schwiegersohn des Oberst: Pit-Jan Lößer
Die Elbe / Frau des Oberst: Gabriela Krestan
Frau Kramer / Tochter des Oberst: Dorothea Lata
Kabarettdirektor: Marcel Bausch


Pressestimmen
»Jetzt ist in Saarbrücken zu bestaunen, dass Borcherts Soldatentragödie das Stück der Stunde ist. […] Der Abend aber gehörte Borcherts Wort. 'Und das Brüllen wächst und rollt' heißt es, wenn Beckmann von den Tausenden Toten berichtet, die ihn heimsuchen. Regisseur Christoph Diem hat der Versuchung widerstanden, brüllen zu lassen. So kann Andreas Anke statt eines lamentierenden Hiob einen bis zum Wahnsinn verstörten Mann zeigen, der nicht an Selbstgerechtigkeit oder -mitleid zugrunde geht, nicht rechtet und richtet, sondern verzweifelt wieder dazugehören will. [...] Ein kluger Regisseur, ein grandioser Hauptdarsteller – so kommt es, dass man Borcherts Qual und Kenntnis nicht ausweichen kann.«
Dieter Bartetzko, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Lesen Sie hier die FAZ-Kritik

»Bestechende Inszenierung – nachhaltige Wirkung. […] Unter Christoph Diems makelloser Regie spielt das Ensemble an diesem Abend exzellent. Bravo, bravo!«
Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung

»Diem setzt in seiner Inszenierung auf ein steriles Bühnenbild und erzählt das Suchen Beckmanns nach Halt und Seelenfrieden als Stationendrama mit weich gezeichneten Übergängen. […] ein überragender Andreas Anke als Beckmann. Eine gelungene Borchert-Inszenierung. Sehenswert!«
Markus Person, Saartext