SST Saarländisches Staatstheater, 0 kB
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken, 4 kB
Sparte 4
Georg Mitterstieler, Nina Schopka
Georg Mitterstieler, Nina Schopka
Gertrud Kohl
Gertrud Kohl
Ensemble<br>(© Thomas M. Jauk)
Ensemble
(© Thomas M. Jauk)

Der große Marsch

von Wolfram Lotz

Inszenierung: Christoph Diem
Bühne, Kostüme, Video: Florian Barth
Musik: Alexandra Holtsch

Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Vorstellungen am 8. und 9. Oktober 2011 in der Alten Feuerwache

Termine: Sa 08.10. So 09.10.

Das Stück des Kleist-Förderpreisträgers 2011, Wolfram Lotz, ist für zwei Vorstellungen wieder in der Alten Feuerwache zu sehen. Der Autor stößt mit »Der große Marsch« eine Wertediskussion innerhalb unserer Gesellschaft an, parodiert sie zugleich und endet schließlich bei der Forderung nach dem Unmöglichen.

Der junge Dramatiker Wolfram Lotz ist ein moderner Romantiker. Er stemmt sich vehement gegen Zwänge und Realitäten, gegen Schwerkraft und Sterblichkeit. Folgerichtig verlangt er von Theater das Schwerste: Utopie. Und darin findet er kein Maß. Wolfram Lotz stößt mit seinem Stück »Der große Marsch« eine Wertediskussion innerhalb unserer Gesellschaft an, parodiert sie zugleich und endet schließlich bei der Forderung nach dem Unmöglichen.
Eine Schauspielerin tritt als Moderatorin auf, die durch Befragung ihrer Gäste (Ackermann, Hundt, Hamlet, Bakunin, Prometeus u.v.a.) den roten Faden liefert, der sich durch das Stück zieht. Doch sie hört nicht zu, selbst wenn ein Gast gegen die scheinbar zwingende Konsequenz des Todes aufbegehrt, sie fällt den Gesprächspartnern ins Wort oder sie steigt aus der ihr zugewiesenen Rolle aus. Lotz fordert, alle Mittel und Möglichkeiten der Kunst vehement gegen den Utopieverlust unserer Zeit einzusetzen. Mit seiner Unbescheidenheit hat er die Herzen des Publikums, die sein Stück bei szenischen Lesungen hören konnten, bereits erobert: Das Stück gewann u. a. den Publikumspreis beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens im Jahre 2010 und wurde 2011 mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker ausgezeichnet.


Besetzung
Anna, das Kind: Gabriela Krestan
Schauspielerin: Saskia Taeger (a.G.)
Wolfram Lotz: Gertrud Kohl
Josef Ackermann: Heiner Take
Hamlet: Pit-Jan Lößer
Herr Hundt: Marcel Bausch
Zwei hässliche Schauspieler: Gabriela Krestan, Pit-Jan Lößer
Der Regisseur: Georg Mitterstieler
Eine Gruppe echter Sozialhilfeempfänger: Ensemble
Ältere Sozialhilfeempfängerin (Skinhead): Gabriela Krestan
Patrick S.: Boris Pietsch
Fetter Schauspieler: Natalie Hanslik
Die Schlange: Nina Schopka
21 mongoloide Kinder : Ensemble & Technik
Mutter Lotz:
Saskia Petzold
Lewis Paine:
Benjamin Bieber
Felix Leu: Pit-Jan Lößer
Bakunin: Hans-Georg Körbel
Prometheus: Klaus Meininger
Die 50 Nereiden: Natalie Hanslik
Das Manifest: Ensemble

Pressestimmen
»[Ein Stück] Zwischen Klamauk und Tiefsinn
Dass die Passagen, in denen es dem Autor ernst ist, nicht untergehen, dass alles dann aber doch nicht zu ernst wird, ist Verdienst einer geschickt zwischen Klamauk und Tiefsinn balancierenden Regie. Diem, der immer wieder Szenen ineinander verschiebt, schafft es, die simple Struktur des Stückes vergessen zu machen. Denn im Grunde ist es nicht viel mehr als eine ziemlich undramatische Aneinanderreihung von Gesprächen mit der als Moderatorin fungierenden »Schauspielerin«. 
Das an diesem Abend überwiegend junge Publikum in Saarbrückens Alter Feuerwache nahm die Inszenierung mit sehr freundlichem Beifall auf. Das Stück hat sich als spielbar, sogar als unterhaltsam erwiesen. Und ein junger Autor darf ruhig Fragen aufwerfen, die Ältere längst abgetan haben. Ein Lob der Regie, ein Lob dem Autor, und ein Lob auch den unbekannten Zubereitern des Nudelsalats.«
Rainer Petto, www.nachtkritik.de

»Der Regisseur Christoph Diem und das Schauspielensemble des Staatstheaters haben den Text bravourös mit viel Phantasie und Witz und Selbstironie zu einem unterhaltsamen Abend geformt, und es gab in der Premiere auch jubelnden Applaus [...].«
Sven Rech, SR 3 Saarlandwelle

»[...] eine schräge, zuweilen trashige Revue über das unmögliche Theater. [...] Das Publikum im Theaterzelt der Ruhrfestspiele amüsierte sich trefflich, wie dem Schlussapplaus zu entnehmen war.«
Alfred Pfeffer, Recklinghäuser Zeitung