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Sparte 4
© Monika Rittershaus
© Monika Rittershaus

Hans Neuenfels: Das Bastardbuch

Autobiografische Stationen - Lesung

Lebenserinnerungen eines herausragenden deutschen Opernregisseurs

Gastspiel am 9. November 2011, 20.00 Uhr in der Alten Feuerwache

Termine: Mi 09.11.

Nach seiner vielgelobten und breit diskutierten Bayreuther Lohengrin-Inszenierung im vergangenen Jahr ist Hans Neuenfels, einer der wichtigsten Vertreter der gegenwärtigen Regielandschaft, wieder verstärkt im Gespräch. In seinen sehr lesenswerten und unterhaltsamen Erinnerungen blickt er zurück auf ein turbulentes, vielseitiges Leben und künstlerisches Schaffen. Seine Lesung verspricht ein schillerndes Portrait einer ganzen Künstlergeneration.

Im »Bastardbuch« zieht Hans Neuenfels, das »enfant terrible« des deutschen Theaters, die vorläufige Bilanz seines Lebens und Schaffens:
Leidenschaftlich und selbstironisch schildert  er sein Leben, in dem das Künstlerische und das Private eng verwoben sind. Er erzählt von seiner seit fast 50 Jahren bestehenden Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit der Schauspielerin Elisabeth Trissenaar und dem gemeinsamen Sohn Benedict, von Begegnungen mit Max Ernst, Jean Genet, Heiner Müller, Rainer Werner Fassbinder, Horst Laube, Klaus Zehelein oder Michael Gielen. Dabei tritt eine vielschichtige, romantische Künstlerpersönlichkeit zutage, in der sich das Gewaltige und das Zarte verbinden mit der Lust an surrealer Bilderphantasie, psychoanalytischer Deutung und politischer Provokation. Ein »Bastard«, Grenzgänger zwischen den Künsten, der allen Angriffen, Rauswürfen und Schmähungen zum Trotz niemals aufgibt, sondern unbeirrt weiterschreitet auf seinem Weg zu Wahrheit und Wahrhaftigkeit in Kunst und Leben.

Hans Neuenfels, 1941 geboren in Krefeld, begann seine Karriere 1964 in Wien. Nach Aufsehen erregenden Stationen in Trier, Krefeld und Heidelberg verwirklichte er mit Peter Palitzsch 1972 in Frankfurt das Mitbestimmungsmodell. Er inszenierte mehr als 150 Dramen und Opern, drehte Filme, schrieb Libretti, Essays, Erzählungen, Lyrik und einen Roman. Seine Frankfurter Inszenierung von Verdis »Aida« gilt als Meilenstein des modernen Musiktheaters, sein Berliner »Idomeneo« wurde wegen der Gefahr islamistischer Terrorakte polizeilich verboten, und als Intendant der Freien Volksbühne kämpfte er gegen die Ignoranz der Kulturpolitiker. 2010 gab er mit »Lohengrin« sein Debüt in Bayreuth.