details
Operette von Franz Lehár Text von Victor León und Leo Stein
Operette in drei Akten von Franz Lehár
Text von Victor León und Leo Stein
Musikalische Leitung: Christophe Hellmann
Inszenierung: Kristina Gerhard
Bühnenbild: Annette Meyer
Kostüme: Angela C. Schuett
Choreinstudierung: Pablo Assante
Choreografie: Gaetano Franzese
Dramaturgie: Christoph Gaiser
In deutscher Sprache mit französischen Übertiteln / surtitré en français
Premiere: Freitag, 17. Oktober 2008 im Staatstheater
Baron Mirko Zeta, der pontevedrinische Gesandte in Paris, ist mit einer delikaten Angelegenheit befasst: Seine reiche Landsmännin Hanna Glawari ist Witwe geworden, und nun gilt es, ihre Heirat mit einem Franzosen zu verhindern, da ihr Vermögen dem kurz vor dem Bankrott stehenden Staate Pontevedro nicht verloren gehen soll. Zeta wählt seinen Sekretär, den lebenslustigen Grafen Danilo, als Heiratskandidat für die millionenschwere Witwe aus – kein geschickter Schachzug, denn die beiden waren einst in Liebe verbunden, und Danilo fürchtet nun, als bloßer Mitgiftjäger dazustehen. Dass er Hanna noch immer liebt, mag er sich selbst nur kaum und Hanna erst recht nicht eingestehen. Danilo nimmt die Herausforderung trotzdem an, Hanna wiederum bietet ihm kräftig Paroli. Was sich liebt, das neckt sich eben. Am Ende können die beiden sich dann doch noch in die Arme schließen, denn es stellt sich heraus, dass Hanna im Falle einer Wiederverheiratung ihr ganzes Geld verliert.
1905, im gleichen Jahr wie Strauss‘ «Salome» entstanden, verhalf Lehárs Erfolgswerk der Gattung Operette, die in den Jahren zuvor ein wenig ins Hintertreffen geraten war, zu neuem Leben und eroberte als erstes Werk seiner Art nicht nur die deutschsprachigen Lande, sondern den gesamten Globus.
Besetzung:
Baron Mirko Zeta: Markus Jaursch
Valencienne: Sofia Fomina / Elizabeth Wiles
Graf Danilo: Guido Baehr / Stefan Röttig
Hanna Glawari: Stefanie Krahnenfeld / Melanie Kreuter
Camille de Rosillon: Algirdas Drevinskas / Jevgenij Taruntsov
Vicomte Cascada: Vadim Volkov
St. Brioche: Alto Betz / Michael Müller
Bogdanowitsch: Frank Kleber
Sylvaine: Christine Maschler / Silvie Offenbeck
Kromow: Elmar Böhler / Manfred Rammel
Olga: Barbara Brückner / Elena Kochukova
Pritschitsch: Johannes Bisenius / Harald Häusle
Praskowia: Sylvia Didam / Jolanta Meller
Njegus: Matthias Girbig
Grisetten: Crenguta Aukle, Min Sun Kang, Noriko Yamamoto, Silvie Offenbeck, Sylvia Wiryadi
Pressestimmen:
"(...) Kristina Gerhard unterliegt nicht dem Fehler, bereits im ersten Akt das ganze Tempo aufzunehmen. Eine Crescendo-Inszenierung, die Akzente zu setzen weiß. Mit Urgestein Matthias Girbig in der Rolle des Njegus nutzt sie die Chance, ihre Handschrift, ihre Pointen und ihren Esprit mit der Figur zu verbinden, die sich dafür geradezu anbietet. Und sie beweist mit der weiteren Rollenbesetzung, dass es möglich ist, Charaktere aus Klischee und Klamauk in spannende Konstellationen und Kontraste zu überführen. (...) Die Regisseurin versucht nicht, die Figuren gegen den Strich zu bürsten, weiß, dass es sich um den heiteren, parodistischen und darum lockeren Umgang mit ernsten Themen handelt. (...)
Melanie Kreuter eine vorzügliche Hanna Glawari. Ihre Stimme geht unter die Haut, transportiert große Gefühle und Einfühlsamkeit, atemberaubend schön ihre Vilja-Arie. Eine Witwe! Guido Baehr als Graf Danilo gewollt sehr wienerisch, stimmlich ausgereift und präsent. Elizabeth Wiles weiß das Publikum zu bezaubern, ihre Valencienne gehört zu den Besten, die derzeit zu hören und zu sehen sind. (...) Als ihr Partner, der unbeholfene und überforderte Liebhaber Rosillon, Algirdas Drevinskas, seine Stimme überzeugt durch eine jugendlich-fröhliche Färbung, die das Verliebtsein glaubwürdig ausdrückt. Markus Jaursch, der gehörnte Baron Zeta, mit gepflegter und schöner Stimme, spielt die Gebrochenheit auf überzeugende Weise. (...)
Das Publikum, das sich nach dem ersten Akt noch abwartend verhielt, am Ende begeistert. Zehn Minuten Applaus und viel Lob und Anerkennung bei der Premierenfeier. Diese Witwe wird noch viele Besucher begrüßen dürfen."
Frank Herkommer, opernnetz.de
"Zu modern war die Inszenierung im Staatstheater dann auch nicht, aber peppig, kurzweilig und hochkarätig besetzt. Allen voran Guido Baehr als Graf Danilo – der routinierte Bariton spielt mit viel Witz und glänzte unter anderem mit dem bekannten Ohrwurm „Da geh’ ich in’s Maxim“. (...)
Die lustige Witwe wurde im Staatstheater gekonnt umgesetzt: Neben den guten Darstellern, einem leicht aufspielenden Orchester unter der Leitung von Christophe Hellmann und einem soliden Chor bleibt vor allem das beeindruckende Bühnenbild von Anette Meyer in Erinnerung: Opulente Kulissen mit liebevollen Details gestaltet. Das Publikum verließ den Saal belustigt, amüsiert und zufrieden."
Julia Becker, SR3 Europawelle