Die RauReifen
Ich heiße Christa Bamberg. Theatererfahrung habe ich zwar noch keine, aber ich wollte schon immer mal auf die Bühne. Was mich daran besonders reizt, ist die Freiheit, das eigene Selbst durch die Darstellung einer anderen Rolle auszuloten.
Auf dieses Projekt aufmerksam machte mich meine Gesangslehrerin.
Ich freue mich darauf in dieser Gruppe auch mit jungen Menschen zusammen zu spielen und das alles unter Anleitung eines professionellen Regisseurs. So etwas habe ich mir schon immer gewünscht.
Mein Name ist Christa Macher-Ringshandel und ich war mit dem Auto nach Saarlouis unterwegs. Im Radio hörte ich von einem Projekt »Jugend und Senioren spielen Theater« Es werden Senioren gesucht, die keine Theatererfahrung haben. Ich war so fasziniert, das ich die Ausfahrt Wallerfangen verpasste.
Sollte ich in meinem Alter noch Theater spielen?
Ich war unheimlich neugierig und ging einfach mal hin. Jetzt bin ich dabei und finde es einfach wunderbar.
Neues erleben, Herausforderungen annehmen, das Leben erfahren ist mein Leitmotiv. Das Verborgene entdecken. In der Theatergruppe kann ich erfahren, was hinter dem steckt, was sich mir als Zuschauer auf der Bühne zeigt.Meine freie Zeit ist ausgefüllt mit Hobbies wie Öl-/Aquarellmalerei, Geschichten und Verse schreiben, Literatur, Briefkontakte pflegen. Mein Interesse gilt auch verschiedenen Religionen und Völkern und dem esoterischen Bereich. Meine Begeisterung für Musik erstreckt sich über Klassik, schwarzen Blues und Gospel bis hin zu Elvis, dessen Stimme unvergleichlich ist und für mich die schönste der Welt. Ich erkunde gerne und oft die freie Natur, auch mit dem Fahrrad und liebe die Tiere.
Der Herr Wedekind hatte mich nicht ans SST gelockt aber die intergenerative Idee, das Konzept, das Alt und Jung vereinen soll, um gemeinsam ein Stück auf die Bühne zu bringen. Derzeit sind meine beiden Enkelinnen im fernen Heide wieder mal im Musicalfieber und Großmutter Elke denkt wehmütig an ihre aktiven Jahre beim Homburger Frauenkabarett zurück.Mit Gehbehinderung in »Frühlings Erwachen«? Mir gefällts!
Mein Name ist Gisela Krück, ich bin 66 Jahre, alleinstehend und liebe singen, dichten und tanzen. Eine gute Bekannte hat mich über den Artikel in der SZ informiert, dass das SST Senioren ab 65 Jahre sucht, die zusammen mit Jugendlichen unter 21 Jahren ein Theaterstück aufführen. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mich zu bewerben. Ich musste nicht lange überlegen und sagte zu, da ich mich schon als Kind für das Theaterspielen interessierte und auch spielte.Besonders neugierig machte mich die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen, vor allem, wie sie sich uns »Alten« gegenüber verhalten.
Doch schon nach der ersten Probe stellte ich fest, dass wir sehr gut miteinander auskommen und sehr viel Spaß und Freude an der Arbeit haben.
Mein Name ist Hans Baer. Ich bin 67 Jahre alt, glücklich verheiratet und habe einen Sohn.Seit sechs Jahren bin ich Rentner und versuche die geschenkte Zeit mit verschiedenen Aktivitäten sinnvoll zu nutzen. Dazu gehören: ausgiebige Wanderungen in der Natur, gesundheitsorientiertes Krafttraining und Nordic-Walking, das Besuchen kultureller Veranstaltungen wie Theater, Musiktheater, Konzerte und Kino, Urlaubs- und Bildungsreisen, Lesen und Musik hören. Außerdem bin ich aktiver Karnevalist und engagiere mich sozial, unter anderem bei der DMSG.Schon als Jugendlicher war das Theaterspielen eine Leidenschaft von mir und so bin ich dem Aufruf des SST gefolgt und habe mich ohne zu zögern für das Generationenprojekt gemeldet. Es macht mir einen Riesenspaß.
Ich heiße Helga Parpart, bin 73 Jahre alt, Rentnerin und alleinlebend. Seit mehr als 12 Jahren bin ich Mitglied der Seniorentheatergruppe »Die Herbst-Zeitlosen«. Als das neue Theaterprojekt von Jörg Wesemüller vorgestellt wurde, war ich sehr neugierig und trat mit vier Kolleginnen meiner Theatergruppe in das Projekt für Alt und Jung ein. Bei den Vorbereitungsarbeiten hatte ich bis jetzt viel Freude erlebt und für mich wichtige neue Erfahrungen gemacht.
Mein Name ist Hildburg Reck, geb. Schneider (Kirchenmusikerin mit Flöte und Cello) und schon 70! Geboren und aufgewachsen in Weimar, wo ich von den Eltern und Geschwistern schon mit 4 oder 5 Jahren ins Weimarer Theater geschleppt wurde! So bin ich durch Familie und diese Stadt schon geprägt und natürlich dem Aufruf der Zeitung für ältere Theater-Begeisterte gefolgt.
Das Projekt ist sehr zeitintensiv, aber die Zusammenarbeit zwischen einer jungen, schon erfahrenen Gruppe, einem freundlichen, versierten Regisseur und uns Älteren ist enorm erfrischend (...welche Reife – meistens!). Bei jeder Probe lerne ich mehr über menschliches Verhalten – auch über mich selbst. Zuerst fand ich das Stück „Frühlings Erwachen, eine Kindertragödie“ total überholt – Pubertät/ Aufklärung: Heute?? Inzwischen aber höre ich aus dem Text heraus so viel Aktuelles, Realistisches, was jungen Menschen in ihrer lebhaften Gefühlswelt auch heute genauso unter den Nägeln brennt!
„Angst vor den Brettern, die…!? Naja, bis jetzt noch nicht; durch Konzerterfahrung bin ich ans Podium gewöhnt und Orgelspielen ist auch fast immer life vor den Leuten!
Schau’n wir mal!
In den 50er Jahren habe ich als Schüler mit großer Begeisterung am damaligen Stadttheater als Statist in verschiedenen Aufführungen mitwirken dürfen.
Dadurch wurde mein Interesse am Theater geweckt und seitdem nehme ich jede sich mir bietende Gelegenheit wahr, Theateraufführungen zu besuchen und im Freundeskreis zu diskutieren.
Der Artikel »Frühlings Erwachen» für Alt und Jung in Kultur Regional der Saarbrücker Zeitung am 11.11.2008 weckte in mir die Neugierde auf das Projekt »Generationentheater« am Saarländischen Staatstheater.
Neugierig wurde ich, endlich wieder einmal „hinter die Kulissen“ zu schauen, mehr über die Techniken der Bühne, Beleuchtung, Ton zu erfahren, mir so Zugänge zu grundlegenden Schauspieltechniken und noch mehr Verständnis über das Zustandekommen einer »Produktion« in Zusammenarbeit von Jung und Alt zu öffnen und möglicherweise nach so langer Zeit wieder einmal in einem Stück mitwirken zu können.
Ich heiße Karin Detemple, bin 65 Jahre alt und lebe in Saarbrücken. Ursprünglich stamme ich aus Neunkirchen, wo Johann Wolfgang von Goethe für eine Nacht verweilte und sich am Feuerspiel des Hüttenwerkes erfreute. Ein Funken von Goethes Begeisterung für dieses Erlebnis blieb in meiner Liebe zu Literatur und Theater bis heute erhalten.
Nach Abschluss von Volks- und Handelsschule trat ich in täglichen Kontakt zum Goetheschen Feuerspiel und absolvierte eine Ausbildung zur Bürokauffrau im Neunkircher Eisenwerk. Über meinen späteren Ehegatten entstand Kontakt zur Saarbrücker Studentenszene, der mich dann an die Universität des Saarlandes führte, wo ich das Sekretariat der damals neu eingerichteten katholischen Hochschulgemeinde für rund 40 Jahre übernahm.
Mit Eintritt in die Rente drohte mir das bislang unbekannte Phänomen Freizeit, dem ich durch die Erinnerung an meine Zeit vor all den Arbeitsjahren mutig entgegen trat. Damals spielte ich in der Katholischen Jugend mit Leidenschaft Theater. Das Repertoire deckte mit Stücken wie »Der eingebildete Kranke«, »Die Frau des Pilatus», »Das Gespenst von Canterville« und »Charlies Tante« u.a. die gesamte Spanne von lustig bis dramatisch ab.
Den Einstieg in die alte Leidenschaft fand ich in der Frauentheatergruppe »Die Herbstzeitlosen«, wo ich mein Talent in verschiedensten Rollen einbringe. Der Aufruf von Jörg Wesenmüller zur Teilnahme an seinem Theaterprojekt war dann das sprichwörtliche Öl, das auf meinen Goethesche Begeisterungsfunken gegossen wurde und so das Feuer entfachte.
Jahrgang 1943, pensionierte Oberstudienrätin. Szenische Darstellung diente im Unterricht immer wieder dem Verständnis menschlichen Konfliktverhaltens und ergab sich zudem aus dem Umgang mit literarischen Texten.
Mit der schulischen Theatergruppe »Antike Welt« habe ich zwei selbst verfasste bzw. umgestaltete Stücke aufgeführt: »Die lykischen Bauern« nach dem Mythos des Dichters Ovid und »Ein wilder Tag. Szenen im Hause des Gaius«.
Kleiner Breicht, wieso ich zum Theater kam.
Mit 11 Jahren war ich einige Wochen in einem Kinderheim. Zur Abschlussfeier hatten wir ein Theaterstückchen einstudiert und ich spielte eine komische Alte. Von da an hatte mich die Leidenschaft für die Bühne vollständig gepackt. Aber erst viele Jahre später, ich war dann etwa 45 Jahre alt, konnte ich mich nochmals darstellen, beim Stehgreiftheater. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin in ganz verschiedene Rollen geschlüpft, ernste und heitere. Damals wohnte ich im Schwarzwald, bin aber seit 15 Jahren wieder in Saarbrücken. Und jetzt, ich bin nun 72 Jahre alt, habe ich das Glück, mich bei Herrn Jörg Wesemüller nochmals Darzustellen.
Dank der Gabe, dass ich am besten über mich selbst lachen kann, bin ich davon überzeugt, dass nun eine »große Karriere« vor mit liegt. Grinsen sie ruhig. »Spinnen« ist so schön...
Früher habe ich davon geträumt, einmal das Frauenzimmmerchen zu spielen und auch die Luise Millerin.
Und - ach ja - Kostümbildernin, das wäre auch was Schönes gewesen. Jetzt aber wünsche ich mir erst mal nur eine kleinere Rolle oder aber ich genieße einfach die Probestunden mit den Jungen und den Älteren, so überaus lebendigen Menschen.
Wer diesen Schrieb liest,
sei herzlichst gegrüßt.