Neffe, Vetter, Eiffelturm
von David Gieselmann frei nach "Champignol malgré lui" von Georges Feydeau
von David Gieselmann
frei nach "Champignol malgré lui" von Georges Feydeau
Inszenierung: Daniela Kranz, Martin Pfaff
Bühnenbild und Kostüme: Lisa Brzonkalla
Uraufführung am Sonntag, 9. September 2007 in der Alten Feuerwache
Im Rahmen von «Total Théâtre»: Ein Theaterfestival von Théâtre National du Luxembourg, Centre Dramatique de Thionville, Theater Trier, Théâtre de la Place Liège und SST zum Kulturhauptstadtjahr 2007
David Gieselmann hat Georges Feydeaus Farce «Champignol malgré lui», eine turbulente Verwechslungskomödie, als Ausgangspunkt für eine wahnwitzige Vision vom vereinten Europa genommen. Robert Champignol, Kunstmaler aus Paris, muss nicht nur mit der Tatsache leben, dass ein anderer an seiner Statt auftritt und ihm dabei die Frau ausgespannt hat, sondern auch noch an einer Reserveübung in der Europakaserne in Colmar teilnehmen. In dieser Kaserne haben sich Vertreter der verschiedensten europäischen Nationen versammelt, um gemeinsam dem Gedanken des vereinten Europas Ausdruck zu verleihen. Franzosen, Belgier, Engländer und Italiener unter deutschem Kommando – ständig mit Sprachproblemen und entsprechenden Missverständnissen kämpfend – gleichzeitig bedroht und attackiert von diversen separatistischen Bewegungen, die die Kaserne zu unterwandern drohen... Das Stück ist eine bitterböse und gleichzeitig urkomische Farce, ein atemberaubendes, tempogeladenes Beispiel für modernes Unterhaltungstheater fernab der ausgetretenen Pfade des Boulevards.
Mit: Gertrud Kohl (Angela/ Paco Lucio), Gabriela Krestan (Grosbon), Dorothea Lata (Mauricette/ Charlotte), Christiane Motter (Ariane/ Piet de Vries) - Marcel Bausch (Robert Champignol), Martial Frenzel (Peter Pocher), Michael Huperts (Pjotr Pawlowski), Pit- Jan Lößer (Chamel/ Dubois), Klaus Meininger (Florian Meiser), Florian Penner (Guido Labaretti), Johannes Schmidt (Singleton/ Pierre), Merten Schroedter (Christian Kumpf), Holger Schröder (Bert Pinsmann), Kai Schwegel (Lord Benneter), Florian Steiner (Karmann)
Daniela Kranz absolvierte ihre Regieausbildung am Mozarteum in Salzburg und arbeitete als Regieassistentin am Bayerischen Staatsschauspiel München und an der Schaubühne Berlin. Regiemitarbeit bei Stefan Pucher am TAT Frankfurt, an der Volksbühne Berlin, Schauspielhaus Hamburg und Theater Basel. Im Sommer 2000 Gründung eines Regieteams mit Jenke Nordalm. Schwerpunkte der Arbeit von Kranz/Nordalm waren die Dramatisierung nichttheatraler Texte und Inszenierungen zeitgenössischer Stücke. Für ihre Inszenierung von Anja Hillings "Mein junges idiotisches Herz" (Kammerspiele München, 2004) wurde Daniela Kranz mit dem Förderpreis für Regie im Rahmen des Gertrud-Eysoldt-Rings ausgezeichnet. Daniela Kranz inszenierte u.a. am Freiburger Theater, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Burgtheater Wien (u.a. "Jackie" von Elfriede Jelinek), am Deutschen Theater Göttingen und am Theater Bielefeld (zuletzt: Uraufführung von Felicia Zellers "Deutsches Hysterisches Museum"). In der letzten Spielzeit inszenierte sie am Saarländischen Staatstheater Kathrin Rögglas "draußen tobt die dunkelziffer".
Martin Pfaff studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie in Mainz. Parallel dazu arbeitete er als Regisseur und Darsteller in der Off-Szene. 2000 / 2001 war er als Regieassistent am Stadttheater Gießen engagiert, von 2001 / 2002 bis Ende 2004 als Regieassistent am Deutschen Theater Berlin (u.a. bei Stephan Kimmig, Nicolas Stemann, Michael Thalheimer, Robert Wilson, Peter Zadek). Ab 2002 führte er am Deutschen Theater Berlin auch Regie (u.a. "Rette Mich!", "Jeff Koons" und "D-Mission"). Seit 2005 ist er freier Regisseur. Er inszenierte seitdem u.a. "Clavigo" von Johann Wolfgang Goethe am Deutschen Theater Berlin, "Alpenglühen" von Peter Turrini am Theater Regensburg oder zuletzt "Big mouth and ugly girl" von Joyce Carol Oates am Theater Chemnitz. 2007 inszenierte Pfaff am SST Carl Zuckmayers Stück «Des Teufels General».
Lisa Brzonkalla studierte Kostümgestaltung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Engagements führten sie zum Das Phantom der Oper Hamburg, The Australian Opera Sydney, die Bayreuther Festspiele, das Berliner Ensemble und an der Schaubühne am Lehniner Platz. Seit 1999 ist sie freischaffend tätig. Für Operninszenierungen des Regisseurs Rainer Holzapfel hat sie einige Bühnen- und Kostümbilder am Theater Biel/Solothurn in der Schweiz und für die Neuköllner Oper Berlin entwickelt. Für Martin Pfaff hat sie zuletzt Alpenglühen an den Städt. Bühnen Regensburg ausgestattet.
Pressestimme
So nimmt es nicht Wunder, dass das durchweg gut besetzte Ensemble – aus dem Gertrud Kohl als Oberst Lucio mit gepresstem Organ und Johannes Schmidt als tumber Einfaltspinsel-Eidgenosse Singleton herausragen – den Blödsinn beherzt auslebt. Assistiert von einer Reservistenkapelle (...), die es in sich hat. So gesehen kann also selbst Nonsens noch Sinn machen.
Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung vom 11.09.07







