Musikmaschine
Uraufführung in der Reihe
Komposition, Konzept und musikalische Leitung: Ari Benjamin Meyers
Konzept und Inszenierung: Jürgen Müller (La Fura dels Baus)
Bühne: Alberto Pastor
Video: Judy Lomas
Kostüme: Markus Maas
Licht: Sascha Ertel
Uraufführung in der Reihe <echtzeit>
In Kooperation mit dem Landes-Jugend-Symphonieorchester Saar und
JAZZ TRAIN (Landes-Schüler-Bigband des Saarlandes)
im Rahmen von "strukturwandel - neues hören und sehen" von Netzwerk Musik Saar , gefördert von Netzwerk Neue Musik, einem Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch das Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des Saarlandes.
Mit freundlicher Unterstützung von enovos
Premiere: Freitag, 19. Juni 2009 im Staatstheater
Anknüpfend an das Jugendprojekt "Der Feuervogel" in der Spielzeit 2006/07 erarbeiten junge Menschen aus dem ganzen Saarland nun unter der Anleitung des Regisseurs Jürgen Müller ("La Fura dels Baus") die Uraufführung eines Bühnenstücks, zu dem der amerikanische Komponist Ari Benjamin Meyers eigens die Musik komponiert hat.
"Musikmaschine" versteht sich als eine Art "Kleines Welttheater" in vier Teilen und einem Prolog, als theatrale Odyssee, die - in unverkrampfter Weise und befeuert durch die Energie der jugendlichen Perfomer - Antworten auf die großen Fragen des Menschseins sucht. Im ersten Teil werden Fragen an die Entstehung der Welt und die Wurzeln des Menschen gerichtet, im zweiten und dritten Teil richtet sich der Blick auf das Gegensatzpaar von (kriegerischer) Auseinandersetzung und Vereinzelung, im vierten Teil schließlich wird eine Hymne auf die Kreativität angestimmt, welche dem Leben des Menschen in befreiender Weise eine neue Qualität verleiht.
Rund fünfzig Schüler aus sechs verschiedenen saarländischen Schulen haben in einem Workshop Anfang April die Grundlagen für ein produktives Miteinander auf der Bühne erarbeitet und haben in einem weiteren Workshop Ende April und in einer komprimierten Probenphase im Mai/Juni die Ausgestaltung eines Stückes geprobt, das sich in erster Linie als Körper- und Bewegungstheater versteht, in einigen wenigen Sequenzen aber auch die Wortsprache zu Hilfe nehmen wird. Videoprojektionen werden den aus Körpern und Objekten erzeugten Bildern und Situationen eine zusätzliche Dimension verliehen. Die Musik zum Stück wird durch ein Orchester beigesteuert, das aus Mitgliedern des Saarländische Staatsorchesters, des Landes-Jugend-Symphonieorchesters Saar sowie von JAZZ TRAIN (Landes-Schüler-Bigband des Saarlandes) gebildet wird.
Folgende Schulen sind am Projekt "Musikmaschine" beteiligt:
Erweiterte Realschule II (Ludwigschule) St. Ingbert
Warndt-Gymnasium Völklingen
Integrierte Gesamtschule Dillingen
Staatliche Förderschule soziale Entwicklung Saarbrücken Von der Heydt
Erweiterte Realschule Völklingen (Hermann-Neuberger-Schule)
Erweiterte Realschule Saarbrücken-Bruchwiese
Das Leitungsteam:
Ari Benjamin Meyers wurde 1972 in New York geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung an der Juilliard School in seiner Heimatstadt, der Yale University in New Haven und dem Peabody Institute in Baltimore. Mit einem Fulbright-Stipendium kam er nach Deutschland und lebt und arbeitet seit 1996 in Berlin. 1999 wurde seine Oper „Defendants Rosenberg“ am Theater Magdeburg uraufgeführt, 2005 erfolgte die Uraufführung von „NICO: Sphinx aus Eis“ in der Kleinen Szene der Sächsischen Staatsoper Dresden. Als Dirigent ist er u.a. bei der staatsbankberlin („Einstein on the Beach“, 2001) sowie am Maxim Gorki Theater („Die Dreigroschenoper“, 2004) in Erscheinung getreten. Schauspielmusiken entstanden u.a. für das Theater Freiburg, das Theater Dortmund, das Staatstheater Darmstadt sowie für das Maxim Gorki Theater Berlin. Er arbeitete mit Bildenden Künstlern wie Dominique Gonzalez-Foerster, Anri Sala und Tino Sehgal zusammen und komponierte außerdem die Musik zu Dominik Weselys Film „Die Unzerbrechlichen“ (2006) und zum Dokumentarfilm „Forgetting Dad“ von Rick Minnich und Matt Sweetwood (2008), der beim Max Ophüls-Festival 2009 in Saarbrücken seine Deutsche Erstaufführung erlebte. Er ist außerdem Gründer des Redux Orchestra, das im Rahmen der Reihe „Club Redux“ u.a. mit der Gruppe „Einstürzende Neubauten“ sowie Gästen aus der Club- und Elektronikszene zusammengearbeitet hat.
Aktuelle Projekte umfassen die Musik zu Uli Gaulkes Film „Pink Taxi“ (2009) sowie die Kammeroper „Entgleisung“ als Teil des Projekts „Eichbaumoper“ in Mühlheim/Ruhr (Premiere im Juni 2009).
Jürgen Müller wurde in Weiterdingen (Hegau) geboren und ging 1979 nach Barcelona, um sich am dortigen Institut del Teatre in Pantomime und Zeitgenössischem Tanz ausbilden zu lassen. Im Herbst 1982 schloss er sich einer Theatertruppe an, die unter dem Namen „La Fura dels Baus“ alsbald weltberühmt werden sollte und unter seiner Mitwirkung u.a. die Produktionen „Accions“ (1984), „Suz/O/Suz“ (1985), „Tier Mon“ (1988), „Noun“ (1990), „MTM“ (1994) und „ØBS“ (2000) hervorbrachte. In den letzten Jahren ist er als Regisseur u.a. mit den Euripides-Projekten „Las Troyanas“ (2001, zusammen mit Irene Papas) und „Las Bacantes“ (Bozen, 2003) sowie den Produktionen „La divina comèdia“ (Florenz, 2004 – zusammen mit Pera Tantiñá), „Yo tampoco he leído a Don Quijote“ (Salamanca, 2005 – zusammen mit Carlos Padrissa) sowie „Imperium“ (Peking, 2007) in Erscheinung getreten. Er spielte außerdem den Max in Ken Loachs Film „Land and Freedom“ (1995) und inszenierte die Massenszenen in Carlos Sauras Film „Goya en Burdeos“ (1999, zusammen mit Pep Gatell) sowie in Tom Tykwers Süskind-Verfilmung „Das Parfüm“ (2005).
Alberto Pastor wurde in Barcelona geboren und am Centro de Tecnología del Espectáculo in Madrid ausgebildet. Seit 1988 arbeitet er mit „La fura dels baus“ zusammen und hat zuletzt Bühnenbilder für die Produktionen „Metamorfosis“ (2005), „Imperium“ (2007) und „Boris Godunov“ (2008) geschaffen.
Alberto Pastor wurde in Barcelona geboren und am Centro de Tecnología del Espectáculo in Madrid ausgebildet. Seit 1988 arbeitet er mit „La fura dels baus“ zusammen und hat zuletzt Bühnenbilder für die Produktionen „Metamorfosis“ (2005), „Imperium“ (2007) und „Boris Godunov“ (2008) geschaffen.
Judy Lomas wurde in Buenos Aires geboren und studierte zunächst privat Malerei bei Edmund Valladares, ab 1983 dann Bühnenbild, Performance und Arbeit mit Masken an der School of Visual Theatre in Jerusalem sowie Zeichnen, Skulptur, Fotografie und Video an der Bezalel Academy in Jerusalem. Von 1999 an betrieb sie in Italien ergänzende Studien im Bereich Computergrafik/Webdesign und gestaltete mit der Gruppe TPO interaktive technologische Theaterprojekte. Seit 2007 lebt sie in Barcelona und arbeitet mit "La Fura dels Baus" zusammen.
Markus Maas wurde in Saarlouis geboren und in Saarlouis, Düsseldorf und Nürnberg zum Herrenschneider ausgebildet. Seit 1996 ist er als Gewandmeister am SST engagiert. Er entwarf die Kostüme für zahlreiche Choreografien von Marguerite Donlon, zuletzt für „Le sacre du printemps“ „Splash!“ und „Der Nussknacker“. Weiterhin war er u.a. für die Produktionen von Webers „Freischütz“ und dem Musical „FAME“ im Zeltpalast Merzig als Kostümbildner tätig und wird für die dortige Neuproduktion von „Madama Butterfly“ im Sommer 2009 neben den Kostümen auch das Bühnenbild gestalten.
Sascha Ertel studierte u.a. Medienbetriebstechnik an der FH Hamburg sowie Licht- und Bühnengestaltung an der Central School of Speech and Drama in London. Ergänzend zu seiner langjährigen Tätigkeit als Lichttechniker und Erster Oberbeleuchter bei Fernseh- und Filmproduktionen ist er auch als Lichtgestalter für zahlreiche Theaterproduktionen hervorgetreten Am SST schuf er das Lichtdesign zu Marguerite Donlons Balletten „Le sacre du printemps“ (2008) und „Schwanensee – aufgetaucht“ (2009).





