Ivanov
Schauspiel von Anton Tschechow
von Anton Tschechow
Premiere: Freitag, 11. Januar 2008 in der Alten Feuerwache
Inszenierung: Wolfram Apprich
Bühnenbild: Sabine Mader
Kostüme: Mirjam Benkner/Gregor Wickert
Musik: Sven Kerschek
Pressestimmen
"Wolfram Apprich inszeniert Tschechows Stück als bittere Existenzgroteske. Auf stimmig karger Bühne legen eruptive Wortkaskaden das Psychogramm eines Ent- fremdungsprozesses ohne Ausweg offen. (...) Das Ensemble zeigt mit stimmigen Textleistungen unter hohem Körpereinsatz eine überzeugende Teamarbeit. Hervorragend Johannes Schmidt: Ivanov ist fein nuanciert gespielt."
Heiner Dahl, Saartext
"Das Disparate, die Formlosigkeit als Stilprinzip? Überraschenderweise erwächst daraus eine merkwürdige Kraft, die die Darsteller in eigenwillige Tonlagen treibt. Das irritiert den Zuschauer und hält ihn wach. (...) Jedenfalls liefert dieser Abend alles andere als die übliche Tschechow-Kulinarik und -Lakonie, erzeugt Widerstand, gibt sich ruppig und streitbar. Es ist dies ein Unruhe und Nachdenklichkeit stiftender Regie-Weg ins heutige Psycho-Elend."
Cathrin Elss-Seringhaus, Saarbrücker Zeitung
Das Stück
Ivanov ist unglücklich verheiratet, obwohl seine Frau ihn zärtlich liebt. Er hadert mit der Leere in seinem Leben, verweigert sich aber jeder sich bietenden Aufgabe. Als seine Frau stirbt, glaubt er, mit der jungen Sascha ein neues, ein erfülltes Leben, beginnen zu können – wie sich zeigt, ein tragischer Irrtum.
Auch in «Ivanov» zeigt sich Tschechow als großer Menschenkenner und zeichnet ein bittersüßes Gesellschaftsporträt seiner Zeit. Seine Figuren sind Helden und Versager zugleich, große Träumer und kleinliche Bürokraten, geldgierige Zyniker, fanatische Idealisten und unmäßig Liebende.
Sind Tschechows Stücke Komödien oder Tragödien? Er selbst sah sie als Komödien, und doch ist der melancholische Ton, die Traurigkeit in seinen Stücken überdeutlich. So changiert auch «Ivanov» – wie das Leben selbst – zwischen namenlosem Unglück und befreiendem Gelächter.
Mit: Gertrud Kohl (Anna Petrowna), Gabriela Krestan (Awdotja Nasarowna), Dorothea Lata (Sascha), Saskia Petzold (Sinaida Sawwuschna), Melanie von Sass (Marfa Jegorowna Babkina) - Hans Fleischmann (Schabelski), Johannes Schmidt (Nikolaj Alexejewitsch Ivanov), Merten Schroedter (Michail Michajlowitsch Borkin), Florian Steiner ( Jewgenij Konstantinowitsch Lwow), Maximilian Wigger (Pawel Kirillowitsch Lebedew)
Wolfram Apprich arbeitet seit 1992 als freier Regisseur, u.a. in München, Graz, Bremen, Karlsruhe, Tübingen, Konstanz, Osnabrück (z.B. «Die Dreigroschenoper») und Saarbrücken («Der Biberpelz»). In seinen Inszenierungen geht es ihm häufig darum, soziale und gesellschaftliche Situationen und Konstellationen zu hinterfragen.
Mirjam Benkner studierte Modedesign in Madrid und Trier. Seit 2001 ist sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig; am SST hat sie in der vergangenen Spielzeit mit Wolfram Apprich für «Der Biberpelz» zusammen gearbeitet.
Sabine Mader studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl und arbeitete u.a. in Bonn, Bremen, Graz, München und Linz.
Die Bühnenmusik stammt vom Hamburger JazzGitarristen Sven Kerschek, der mit Wolfram Apprich bereits bei «Die Dreigroschenoper» (Theater Osnabrück) und «Götz von Berlichingen» (Deutsches Theater Göttingen) zusammenarbeitete.





