Il Tigrane
Oper von Alessandro Scarlatti Text von Domenico Lalli
Oper in drei Akten von Alessandro Scarlatti
Text von Domenico Lalli
Musikalische Leitung: George Petrou
Inszenierung und Bühne: Sandra Leupold
Kostüme: Julia Burde
Bühnenbildmitarbeit: Christopher Melching
Dramaturgie: Christoph Gaiser
Deutsche Erstaufführung in der Reihe <echtzeit>
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Mit freundlicher Unterstützung durch den Verein der Freunde des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken e.V.
Premiere: Samstag, 25. April 2009 im Staatstheater
Die Königin Tomiri muss sich aus Gründen der Staatsräson zwischen zwei adeligen Werbern entscheiden, die ihr geholfen haben, den persischen König Ciro zu besiegen. Doch ihr Herz schlägt für den attraktiven Feldherrn Tigrane. Dieser wiederum liebt Ciros Tochter Meroe, die allerdings von ihm verlangt, ihr bei der Rache für ihren im Kampf getöteten Vater beizustehen und ein Attentat auf Tomiri zu verüben. Tigrane findet sich im Konf likt zwischen Liebe und Pf licht wieder, wird als Hochverräter enttarnt und buchstäblich in letzter Minute vor der Hinrichtung errettet. In diese dramatischen Ereignisse mischt sich die skurril-komische Nebenhandlung zwischen Meroes Diener Orcone und Tomiris Dienerin Dorilla.
Sandra Leupolds Inszenierung akzentuiert die zwischenmenschlichen Momente innerhalb der Handlung und zeigt eine von Konventionen befangene, fast schon von Erstarrung bedrohte Welt, in welcher auch die feinste Seelenregung bereits Auswirkungen von kaum beherrschbarem Ausmaß nach sich zieht.
Besetzung:
Tomiri: Sylvia Koke
Tigrane: Tove Dahlberg
Meroe: Elizabeth Wiles
Policare: Judith Braun
Doraspe: Algirdas Drevinskas
Oronte: David Cordier
Dorilla: Sofia Fomina
Orcone: Jiří Sulženko
Das Produktionsteam:
George Petrou (Musikalische Leitung) erhielt seine musikalische Ausbildung am Konservatorium in Athen sowie am Royal College of Music und der Royal Academy of Music in London. Ergänzend zu Auftritten als Klavier-oder Cembalosolist und Dirigent u.a. beim Philharmonia Orchestra London, beim Orchestre National du Capitole du Toulouse und beim Tchaikovsky Symphony Orchestra in Moskau hat er sich in den letzten Jahren zunehmend als Operndirigent profiliert. Zu nennen sind Produktionen mehrerer Händel- und Monteverdi-Opern, Paisiellos „L’Olimpiade“ (in einer selbst angefertigten Edition) Glucks „Alceste“ und „Orphée et Eurydice“, Vivaldis „Il Giustino“ und “Juditha triumphans“, Mozarts „Le nozze di Figaro“ sowie Donizettis „Anna Bolena“. Für das deutsche Label MDG nahm er Händels Opern „Oreste“, „Arianna in Creta“ und „Tamerlano“ auf und erhielt hierfür u.a. die Schallplattenpreise „Echo Klassik 2008“, „Choc du Monde de la Musique“ und „Gramophone Editor’s Choice“.
Sandra Leupold (Inszenierung und Bühnenbild) studierte Opernregie u.a. bei Peter Konwitschny und Ruth Berghaus und sammelte wichtige Erfahrungen als Mitarbeiterin von Hans Neuenfels, George Tabori und Jürgen Rose. Zu ihren jüngsten, von der Fachwelt vielbeachteten Arbeiten zählen „Don Giovanni“ am Theater Heidelberg, „Der göttliche Tivoli“ am Theater Lübeck, „Pelléas et Mélisande“ und „Parsifal“ am Staatstheater Mainz, „Ariane et Barbe-Bleue“ an der Oper Frankfurt sowie „Erwartung“ an der Oper Leipzig. Seit Jahren bildet die Barockoper einen Schwerpunkt in ihrer Arbeit, zu nennen sind u.a. Rameaus „Les Boréades“ bei den Londoner Proms unter der Leitung von Sir Simon Rattle, Cavallis „Scipione Africano“ im Alten Saarbrücker Stadtbad St. Johann oder Pallavicinos „L'Antiope“ bei den Dresdner Musikfestspielen. Künftige Projekte umfassen „Pique Dame“ in Kiel, den Doppelabend „Le villi / L'oracolo“ an der Oper Frankfurt sowie „Lucia di Lammermoor“ an der Staatsoper Hamburg.
Julia Burde (Kostüme) studierte an der Hochschule der Künste Berlin und ist seit 1993 als Kostüm- und Bühnenbildnerin im Bereich Schauspiel und Oper u. a. in Nürnberg, Chemnitz, Koblenz, Tübingen, Halle, Klagenfurt und Innsbruck tätig. Lehraufträge und Gastprofessuren führten sie an die UdK und die TU Berlin, die Akademiet for scenekunst in Fredrikstadt (Norwegen) sowie die Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Mit Sandra Leupold hat Julia Burde bereits für „Don Giovanni“ am Theater Heidelberg (2005) zusammen gearbeitet.
Christopher Melching (Bühnenbildmitarbeit) studierte in der Bühnenbildklasse von Martin Rupprecht an der Hochschule der Künste in Berlin. Für zahlreiche Opern- und Schauspielproduktionen entwarf er Bühnenbilder und Kostüme, u.a. für das Theater Chemnitz, das Kurt-Weill-Fest Dessau, die Staatsoperette Dresden, das Stadttheater Gießen, die Theaterakademie Hamburg, das Nationaltheater Mannheim sowie die Wörthersee-Festspiele Klagenfurt. Als Event-Designer und Ausstatter arbeitete er 15 Jahre in San Francisco, u.a. als Kurator des Cable Car Museums. Mit Beginn der Spielzeit 2009/2010 wird er Ausstattungsleiter am Theater der Altmark in Stendal.
Pressestimmen:
„Barockes Operngold! Scarlattis Barockoper „Il Tigrane" war über Jahrzehnte quasi vergessen. Nun zeigt sie das Saarbrücker Theater als Deutsche Erstaufführung. Mit beglückend schönen Arien und großartigen Stimmen. (...) Dirigent George Petrou führt das um eine Continuo-Gruppe verstärkte Staatsorchester mit höchstem Sinn für Perfektion, Tempo und barocke Musizierlust an, man mag sich gar nicht satthören - an diesem Ohrenschmaus. (...) Ein Stimmvergnügen erster Güte, das gilt für alle Sänger dieses Abends."
Oliver Schwambach, Saarbrücker Zeitung
„Die Geschichte um den Feldherrn Tigrane, der zwischen Liebe und Pflicht hin- und hergerissen ist, schildert der Dirigent George Petrou mit großer Leichtigkeit und Eleganz. Ein klein besetztes Orchester, zwei Cembali und eine Theorbe und ein durchweg großartiges Sängerensemble machen den Abend musikalisch zu einem großen Vergnügen - und es gab dafür viele Bravos und Applaus.
„Ein durchweg großartiges Sängerensemble."
Sven Rech, SR 3 Saarlandwelle





