DIE REDNER - EuroVision: Brandt de Gaulle
Multimedia-Performance der Gruppe DIE REDNER
Komposition, Schlagwerk: Oliver Strauch
Komposition, Saxophon, Electronics: Claas Willeke
Film, Bass, Komposition: Florian Penner
Keyboard, Akkordeon, Sound: Bernhard Wittmann
Beratung: Julia Hartnik
Bühnenbild, Requisite: Gregor Wickert
Dramaturgie: Christoph Diem
Premiere am 6. Februar 2009 in der Alten Feuerwachein Kooperation mit dem Saarländischen Staatstheater
Im Mittelpunkt der Arbeit der Künstlergruppe DIE REDNER steht die Auseinandersetzung mit Reden von bedeutenden Persönlichkeiten, die sich mit ihrem jeweiligen politischen, historischen, kulturellen und persönlichen Hintergrund zu Fragen des Friedens geäußert haben. DIE REDNER entwickeln mehrdimensionale Live-Performances, indem sie durch musikalische und visuelle Mittel Bezug auf inhaltliche, klangliche und rhythmische Aspekte der Rede und auf Person und Geschichte des Redners nehmen.
In ihrer zweiten Produktion "EuroVision: Brandt de Gaulle" stellen DIE REDNER die Worte Willy Brandts und Charles de Gaulles einander gegenüber. Die persönlichen Erfahrungen mit Totalitarismus und Nationalsozialismus und das Leben im Exil haben das politische Wirken von Willy Brandt ebenso wie von Charles de Gaulle geprägt. Trotz aller Unterschiede verbindet diese beiden Staatsmänner der Wunsch, dieses kriegerische Kapitel Europas endlich zu beenden und das erneute Aufstreben eines totalitären Regimes zu verhindern. Beide stehen für einen politischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Paradigmenwechsels, der die Entwicklung der europäischen Staaten seit 50 Jahren maßgeblich prägt. Ihre Visionen für ein friedliches Zusammenleben, basierend auf Verständnis, Anerkennung und Vergebung, wirken bis heute und haben an Relevanz auch in einer multipolaren Welt nicht verloren.
Visionär und zukunftsgestaltend ist die unter dem Namen „Neue Ostpolitik“ in die Geschichte eingegangene Außenpolitik Willy Brandts gegenüber Osteuropa, insbesondere gegenüber der UdSSR, Polen und der DDR. Willy Brandts Politik ist geprägt von seinem aufrichtigen Geschichtsbewusstsein und seinem Bekenntnis zum Versöhnungsgedanken. Unter dem Motto „Wandel durch Annäherung“ trug er maßgeblich dazu bei, die Wiedervereinigung Deutschlands und ein Zusammenwachsens Europas möglich zu machen. Seine bewegende Bundestagsrede vom 10. Mai 1972 anlässlich der Ratifizierung der Warschauer und Moskauer Verträge bildet das Kernstück der Inszenierung. De Gaulle entwickelte die Konzeption eines vereinigten Europas als Garant eines friedlichen Zusammenlebens der europäischen Nationen schon während der Kriegsjahre und sah die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich als wesentlichen Schritt innerhalb des europäischen Vereinigungsprozess. Er träumte von einem unabhängigen „europäischen“ Europa als Alternative zum ideologisch aufgeladenen Antagonismus zwischen Amerikanern und Russen, das ausgleichend im globalen Machtverhältnis wirken und so den Frieden in der Welt befördern könne.
Zur Internetseite von DIE REDNER
EuroVision: Brandt de Gaulle findet im Rahmen von „strukturwandel – neues hören und sehen“ von Netzwerk Musik Saar statt. „strukturwandel – neues hören und sehen“ wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes.





