Der Barbier von Sevilla
Oper von Gioacchino Rossini Text von Cesare Sterbini
Oper in zwei Akten von Gioacchino Rossini
Text von Cesare Sterbini
Musikalische Leitung: Will Humburg
Inszenierung: Dagmar Schlingmann
Bühnenbild: Sabine Mader
Kostüme: Inge Medert
Choreinstudierung: Pablo Assante
Dramaturgie: Christoph Gaiser
Mit freundlicher Unterstützung durch den SponsorClub des Saarländischen Staatstheaters
Premiere: Samstag, 6. Dezember 2008 im Staatstheater
Graf Almaviva hat sich in Madrid in die schöne Rosina verliebt. Er folgt ihr nach Sevilla, muss aber feststellen, dass Doktor Bartolo, Rosinas Vormund, sein Mündel selbst heiraten will – nicht zuletzt wegen der üppigen Mitgift. Der Zufall will es, dass Almaviva seinen alten Bekannten Figaro wiedertrifft. Dieser verschafft dem Grafen unter falschem Namen Zugang in Doktor Bartolos Haus, und es entspinnt sich eine abenteuerliche Verkleidungskomödie, in welcher Figaro und der Graf mächtig gegen Bartolo und den intriganten Musiklehrer Don Basilio anzukämpfen haben. Am Ende fallen Masken und Mäntel, Rosina und der Graf Almaviva werden ein Paar, und dem ausgebooteten Doktor bleibt immerhin die Mitgift, auf die der Graf großmütig verzichtet. «Die nutzlose Vorsicht», nannte Pierre Augustin Caron de Beaumarchais sein Schauspiel, auf dem Rossinis Erfolgsoper von 1816 basiert, und in der Tat ist es völlig unvorhersehbar, was sich da auf den Straßen Sevillas und in den Zimmern von Bartolos Haus abspielt. Angefeuert wird dieses manchmal verwirrende, aber immer höchst unterhaltsame Geschehen durch Rossinis Musik, die sich gleichermaßen durch Kantabilität, Brillanz und Präzision auszeichnet.
Besetzung:
Graf Almaviva: Algirdas Drevinskas
Figaro: Guido Baehr / Stefan Röttig
Bartolo: Jirí Sulženko
Rosina: Sofia Fomina / Elizabeth Wiles
Don Basilio: Hiroshi Matsui
Fiorello: Rupprecht Braun / Otto Daubner
Ambrogio: Elmar Böhler / Manfred Rammel
Berta: Judith Braun / Maria Pawlus
Ein Offizier: Alto Betz / Sung-Woo Kim
Pressestimmen:
"[...] Schlingmann steht in dem Ruf, ihren Sängern darstellerisch viel abzuverlangen. Wie es scheint, hat sie das diesmal noch forciert. Bravo – denn auf diese Weise kehrt sie die Schwächen des Librettos unter den Teppich und stellt überdies Gattungsgrenzen im Theater nicht nur in Frage, sondern löst sie sogar auf. Daneben lässt Schlingmann die Sängerriege sehr publikumsorientiert agieren, was das Musiktheater vom hochstilisierten Sockel stößt und zum Erlebnis für wirklich jeden macht – vom Einsteiger bis hin zum passionierten Opernliebhaber.
Ein Glücksfall als Figaro ist Stefan Röttig mit seinem flexiblen Bariton und komödiantischen Talent. Der von Algirdas Drevinskas gegebene Graf gefällt mit sorgfältiger Gestaltung seiner Partie [...] Mit einer Menge Sexappeal trumpft Elizabeth Wiles als Rosina virtuos auf, und Jiri Sulzenko als Bartolo ist ebenfalls ein Bühnengenuss. Das Staatsorchester unter Will Humburg meistert die Hürden der Partitur mit beschwingter Leichtigkeit [...].
Sandra Sinsch, Saarbrücker Zeitung
"Dagmar Schlingmann nimmt das Wort "Inszenierung" ernst - auch und gerade wenn es sich "nur" um eine komische Oper handelt. Jede Figur ist ihr wichtig, immer versucht sie zu ergründen und zu zeigen, warum jemand so und nicht anders handelt oder spricht. In ihrer Inszenierung warten die Sänger darum nicht einfach unbeweglich, bis sie wieder dran sind, sondern es entsteht ein fein gesponnenes Netz von Aktion und Reaktion auf der Bühne [...] Überhaupt sind die Grenzen von Opernhandlung und Opernaufführung recht fließend in dieser Inszenierung. Immer wieder mischt sich auch der Dirigent, Will Humburg, in die Dialoge auf der Bühne ein. Falls er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Ironie und die Pointen dieser Komödie auch aus den Noten herauszulesen. Bei ihm wird nicht einfach nur schön gesungen und musiziert - es darf, ja soll an einigen Stellen auch schräg und hässlich klingen. [...] Und wie üblich wird die deutsche Übersetzung auf eine Tafel über der Bühne projiziert - das heißt eigentlich: NICHT wie üblich. Denn hier spielen die Übertitel mit wie die Sprechblasen in einem Comic. Und die Figuren auf der Bühne heben schon auch mal selbst den Kopf, um zu lesen, woran sie gerade sind.
So entsteht auf vielen Ebenen eine Komik, die niemals platt ist und doch alsbald das Publikum zum kollektiven Schenkelklopfen animiert. Wann hat man das je in einer Oper erlebt?Und Stefan Röttig als Figaro, Elisabeth Wiles als Rosina, Algirdas Drevinskas und Jiri Sulzenko als Graf und Bartolo und all die anderen - sie kurven trotz der actionreichen Handlung noch so souverän durch die Rossini-Koloraturen, dass man am Ende einfach nur Bravo schreien kann. Aber zum Friseur könnten sie wirklich mal gehen."
Sven Rech, SR3 Saarlandwelle




