Buddenbrooks
nach dem Roman von Thomas Mann von John von Düffel
nach dem Roman von Thomas Mann
von John von Düffel
Inszenierung: Stephan Suschke
Bühnenbild und Kostüme: Momme Röhrbein
Premiere am Samstag, 12. Januar 2008 im Staatstheater
Pressestimmen
"Dazu gab es an diesem Premierenabend ein spielerisch sehr überzeugendes Ensemble zu sehen. Glänzend vor allem die Hauptdarsteller Jan-Aiko zur Eck als Thomas Buddenbrook und Nina Schopka als seine Schwester Tony Buddenbrook. Sie spielen so präzise, so präsent ist da jede kleinste Bewegung der Hand oder der Mundwinkel, dass man wirklich sagen kann, dem Regisseur Stephan Suschke ist es gelungen, diese Romanfiguren zum Leben zu erwecken. Unglaublich intensiv und spannend dargestellt ist auch die Entwicklung, die Jan-Aiko zur Eck in der Figur des Kaufmanns Thomas Buddenbrook durchlebt. (...) Auch das Bühnenbild hat eine große emotionale Wirkung: Eine riesige Wohnhalle ist dieses Patrizierhaus der Buddenbrooks mit einer fast kathedralengroßen grau-schwarzen Fensterfront. (...) Der Leistungsanspruch und Erwartungsdruck, dass man in diesem großbürgerlichen Haus gefälligst zu funktionieren hat, das vermittelt sich in dieser Umgebung sehr sinnfällig, das spürt man förmlich, wie schwer das lastet auf den Kindern, die hier groß werden."
Reingart Sauppe, SR2 Kulturradio
"Stephan Suschke inszeniert von Düffels Bühnenfassung als familiäres Schick- salsdrama. Drei Geschwister suchen ihren (Aus-)Weg im Buddenbrookkosmos. Sie scheitern als einsame Verlorene. Psychologisch dicht dramatisierte Literatur. Der fließende Rhythmus aus Textvorlage und Rollenspiel verdichtet den Grundkonflikt: Die moralische Erosion eines großbürgerlichen Lebensmodells."
Heiner Dahl, Saartext
Konsul Johann Buddenbrook lebt nach strengen kaufmännischen Prinzipien, nach denen das Geschäft vor jedem privaten Interesse steht. Er verheiratet seine Tochter Tony mit einem Mann, den diese nicht liebt, weil er sich geschäftliche Vorteile verspricht. Doch sein Schwiegersohn entpuppt sich als Bankrotteur. Nach dem Tod des Konsuls übernimmt der älteste Sohn Thomas das Geschäft, während die Mutter den Anteil ihres Vermögens der Kirche verschreibt. Das Familienvermögen schwindet. Thomas überwirft sich mit seinem Bruder Christian, dem er Unzuverlässigkeit und Untüchtigkeit vorwirft. Von seiner Frau Gerda, einer begabten Musikerin, entfremdet sich Thomas, weil er sich für ihre künstlerischen Ambitionen nicht interessiert. Der Sohn aus dieser Ehe, Hanno, ebenfalls mit musischen Talenten ausgestattet, wird von ihm nicht ernst genommen. Das Künstlerische ist ohne Relevanz für den Kaufmann. So erstarrt Thomas immer mehr in Konventionen, ohne den Verfall aufhalten zu können.
John von Düffels Bühnenfassung nach Thomas Manns Meisterwerk konzentriert sich auf die familiären Schicksale und Konflikte. Ihm ist dabei eine psychologisch dichte und überzeugende Umsetzung gelungen, die nach der Uraufführung am Hamburger Thalia Theater zu Recht gefeiert wurde.
Es spielen: Katrin Aebischer (Konsulin), Christiane Motter (Gerda), Nina Schopka (Tony), Marcel Bausch (Kesselmeyer), Jan-Aiko zur Eck (Thomas), Martin Huber (Grünlich), Hans-Georg Körbel (Konsul), Pit-Jan Lößer (Christian), Klaus Meininger (Permaneder), Urs Fabian Winiger (Morten/Der Leutnant), Statisterie
"Röhrbeins Bühne verheißt Strenge und Konzentration und spiegelt damit das "Pflicht vor Neigung"-Prinzip in dem Lübecker Kaufmannsgeschlecht, dessen Niedergang Thomas Manns Roman so gediegen wie genussvoll porträtiert. Andererseits stellt die Bühne, auf der die Figuren einem Schachbrett gleich in wohlsortierten Konstellationen und wechselnden Symmetrien betont statuarisch spielen, den Regieansatz von Stephan Suschke aus. Versucht er doch durch äußerste Formstrenge (und ins Mikro gesprochene Romanpassagen, die das Stück einfassen, so wie Thomas Manns erlesene Sprache wie ein warmer Umhang in kalter Zeit wirkt) zum faulen Kern dieses Familiensystems zu kommen. (...) Am Ende klappt Thomas' [Buddenbrooks] Sohn (...) das Familienbuch für immer zu. Am Ende hat sich auch erwiesen, dass die weit verzweigte Romanwelt, intelligent und konsequent inszeniert, auch als Stück funktionieren kann."Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung





